Aufbauanleitung Shark BCB 300

von Chris und agility (unter tatkräftiger Mitwirkung von Heinz und Hermann)

Urversion: 15.08.2007

letzte Änderung: 19.08.2007, 14:00


Im nachfolgenden werden die grundlegenden Schritte zur Endmontage eines Shark BCB 300 beschrieben. Obwohl es sich hierbei nicht um eine Raketenwissenschaft handelt, ist ein gewisses Maß an technischem Verständnis und eine sorgfältige Arbeitsweise unbedingte Voraussetzung für ein erfolgreiches und sicheres Resultat. Der Endmonteur trägt die alleinige Verantwortung für den verkehrsgerechten Aufbau des Fahrzeuges. Fehler bei der Endmontage können zum Erlöschen der Betriebserlaubnis (und damit des Versicherungsschutzes) führen.

Obgleich sich diese Anleitung auf einige bestimmte Arbeitsschritte beschränkt, umfasst eine fachgerechte Endmontage darüber hinaus auch die Inspektion der bereits werksseitig ausgeführten Arbeiten. Hierzu gehört unter anderem die Überprüfung sämtlicher Schraubverbindungen, die Kontrolle der Verkabelung und der Steckverbindungen sowie die Durchsicht von Lenk-, Brems- und Beleuchtungsanlage und anderer sicherheitskritischer Komponenten des Fahrzeugs.

Kritik und Anregungen zur Verbesserung dieser Anleitung sind ausdrücklich erwünscht. Wendet Euch diesbezüglich bitte an das Autorenteam.

Haftungsausschluss:

Die nachfolgende Anleitung wurde nach bestem Wissen erstellt. Sie kann jedoch weder fachliche Kenntnisse noch handwerkliche Fähigkeiten oder gar den gesunden Menschenverstand ersetzen. Auch ist nicht auszuschließen, dass sie Fehler enthält, die schlimmstenfalls zu einem Unfall mit schwerwiegenden Folgen führen können. Der Betreiber dieser Webseite und die Autoren lehnen jegliche Verantwortung für eventuelle Schäden ab, die mittelbar oder unmittelbar aus dem Befolgen dieser Anleitung entstehen. Wer dies nicht akzeptiert oder nicht zu einem fachgerechten Aufbau fähig ist, wird ausdrücklich aufgefordert, an dieser Stelle abzubrechen und eine KFZ-Fachwerkstatt mit der Fertigstellung seines Shark BCB 300 zu beauftragen. Alle anderen handeln auf eigenes Risiko.

Und nun: Arbeitet sorgfältig und in Ruhe, fragt im Zweifelsfall im Forum nach und ... habt Spaß!



So sollte der BCB 300 aussehen, wenn er bei Euch angeliefert wird. Er wiegt inklusive Verpackung ca. 320 kg und der Karton misst etwa (L) 2,4 m x (B) 1,2 m x (H) 0,8 m. Alle, die sich jetzt noch mit dem Gedanken tragen, die Kiste nach dem Motto "4 Mann = 4 Ecken" zu bewegen, sollten an dieser Stelle sicherheitshalber schon mal über einen Alternativplan nachdenken. Dort, wo das Teil abgeladen wird, da bleibt es auch erstmal stehen. Ein Tipp noch: Im Laufe des Zusammenbaus wird der BCB 300 seitlich aus dem Tragegestell herausgehoben. Ihr tut Euch deutlich leichter damit, wenn zu wenigstens einer Seite hin noch knapp zwei Meter "Luft" sind.
Entfernt die Packbänder und den Karton. Der Karton ist eine prima Unterlage für die Einzelteile, die gleich noch aus dem BCB 300 herausgeräumt werden müssen, also haut ihn nicht sofort in die Tonne. Ihr seht nun auch noch einen weiteren Grund, warum der BCB 300 im Tragegestell so schwer zu bewegen ist: Die Rohre sind nur gesteckt und lassen sich leicht nach oben herausziehen, hier sollte man also zum Transport besser nicht anpacken.
So ähnlich sollte Euer Ablageplatz vorbereitet sein. Rechts seht Ihr die Werkzeugkiste mit:
  • Ringschlüsselsatz 6..22 mm (einige Schlüssel werden doppelt benötigt!)
  • Steckschlüsselkasten 1/2 Zoll 10..32 mm
  • Steckschlüsselkasten 1/4 Zoll 6..13 mm
  • Zündkerzenschlüssel 18 mm
  • Rohrzange
  • mittelgroßer Hammer (300..500 gr.)
  • stabiler Seitenschneider (180..210 mm)
  • Schraubendrehersatz (Kreuz und Schlitz)
  • Gewebeklebeband, Isolierband
  • Kartuschen-Fettpresse mit flexiblem Schlauch
  • Mehrzweckfett
  • Kabelbinder (schwarz, UV-beständig)
  • Splinte in verschiedenen Größen
  • Batterieladegerät 12 V (muss für kleine AGM Vlies-Batterien geeignet sein)
Nun könnt Ihr den oberen Teil des Transportgestells entfernen und Euch an das Ausladen der Einzelteile machen. Entfernt auch den Bindedraht, mit dem der Rahmen des BCB 300 unten am Transportgestell befestigt ist. Das Verpackungsmaterial an den Enden der Längs- und Querlenker kann erstmal dranbleiben. Wer jetzt fragt, was ein Querlenker ist, der sollte sich vielleicht nochmal zum Absatz mit den Warnhinweisen begeben ...
Okay, das ist ja eine ganze Menge. Wir sollten nun überprüfen, ob alles vollständig ist. Bei fehlenden Teilen kontrolliert bitte nochmal sorgfältig und setzt Euch dann ggf. mit Eurem Händler in Verbindung.

Im Lieferumfang enthalten sein sollten:
Anzahl: 1

Gepäckträger

Beinhaltet zwei Rückleuchten, eine Kennzeichenleuchte und ein abschließbares Kleinteilefach (gleichschließend mit dem Zündschloss).
Anzahl: 1

Kraftstofftank mit Füllstandsgeber und Verschlussdeckel

Auch hier passt der Zündschlüssel.
Anzahl: 2

Überrollbügel mit Polsterung
Anzahl: 1

Dachelement mit Rückspiegel
Anzahl: 1

Hintere Querstrebe
Anzahl: 2

Hinterer Seitenbügel
Anzahl: 1

Radabdeckung hinten links
Anzahl: 1

Radabdeckung hinten rechts
Anzahl: 1

Radabdeckung vorne links
Anzahl: 1

Radabdeckung vorne rechts
Anzahl: 2

Vorderrad 20x7-8 35J (höherer Traglast-/Geschwindigkeitsindex als 35J erlaubt)

Kontrolle: Stellt die Reifen so wie auf dem Bild nebeneinander (die Ventile sollen dabei nach außen weisen). Es müssen nun beide Laufrichtungspfeile in die gleiche Richtung zeigen.
Anzahl: 2

Hinterrad 22x10-10 41J (höherer Traglast-/Geschwindigkeitsindex als 41J erlaubt)

Kontrolle wie oben.
Anzahl: 2

Außenspiegel
Anzahl: 1

Lenkrad

Die Muttern auf der Rückseite dienen nur zur Transportsicherung der Schrauben und werden daher nicht weiter benötigt.
Anzahl: 2

Kopfstütze
Anzahl: 1

Schraubensatz
Anzahl: 4

Staubkappe für die Radnabe

Anzahl: 1

Kabelbindersatz

Die unten abgebildete Kappe gehört zum Standardlenkrad. Für die mit einem Sportlenkrad ausgelieferten BCB 300 ist sie überflüssig.
Anzahl: 1

Untere Abdeckung für das Armaturenpanel

In dem dazugehörigen Beutel mit den Schrauben befinden sich auch die Ersatzmagnete für den Tacho.
Anzahl: 1

Batterie

Beinhaltet Säurepack und Datenblatt.
Anzahl: 2

Batterieunterlage

Für beide Batteriehalter (Zusatzbatterie nicht im Lieferumfang).
Anzahl: 2

Batterieabdeckung

Für beide Batteriehalter (Zusatzbatterie nicht im Lieferumfang).
Anzahl: 2

Batteriebefestigung

Für beide Batteriehalter (Zusatzbatterie nicht im Lieferumfang).
Anzahl: 2

Dachpolster
Anzahl: 1

Tupflack zur Ausbesserung kleiner Lackschäden
Anzahl: 1

Betriebsanleitung mit Ersatzteilliste
Auf geht's!

Wer keinen Kompressor zuhause hat, der sollte jetzt schon mal überlegen, wen er am besten zur Tankstelle schicken kann. Alle vier Räder müssen zunächst auf ca. 1,4 bar aufgepumpt werden, damit sich der Reifen auf der Felge setzen kann. Der feste Sitz der Ventileinsätze muss vorher geprüft werden. Dieser erhöhte Druck sollte einige Zeit in den Reifen verbleiben und vor der ersten Fahrt auf ca. 0,5 bis 1,0 bar abgesenkt werden.
Und nun zum Chemieunterricht. Entnehmt die Batterie und das Säurepack dem Karton. Seid vorsichtig im Umgang mit der Schwefelsäure. Sie sieht harmlos aus, ist aber äußerst ätzend.
  • Kontakt mit Haut, Augen und Kleidung unbedingt vermeiden!
  • Schutzbrille und Gummihandschuhe beim Befüllen tragen!
  • Im Falle von Haut- oder Augenkontakt sofort mit viel Wasser spülen! Arzt aufsuchen!
  • Im Falle des Verschluckens viel Wasser trinken und sofort den Notarzt alarmieren!
  • Das Säurepack (auch kurzzeitig!) außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren lagern!
Links:
Batterie mit versiegelten Kammern und Echtheitslogo

Mitte:
Säurepack

Rechts:
Datenblatt
Sucht Euch eine staubfreie und trockene Umgebung und entfernt den Versiegelungsstreifen von den Batteriekammern.
Entfernt die schwarze Abdeckleiste vom Säurepack (aber nicht die silbernen Verschlussfolien). Die Leiste diente dem Schutz der empfindlichen Verschlussfolien und wird später noch gebraucht, also aufbewahren!
Richtet nun das Säurepack mit den Kammern der Batterie aus und drückt es dann zügig und bis zum Anschlag von oben auf die Batterie, so dass die Verschlussfolien der Säurekammern gleichzeitig durchstoßen werden. Die Säure läuft nun langsam in die Batterie.
Nun muss die Batterie für ca. 1 Stunde ruhen, bis die Kammern des Säurepacks vollständig entleert sind und das in der Batterie befindliche Vlies die Säure vollständig aufgenommen hat. Keinesfalls darf Druck auf das Säurepack ausgeübt werden!
Mein Lieblingsfoto (mit freundlicher Unterstützung von Heinz).
Nun muss der BCB 300 vorne aufgebockt werden. Ihr könnt dazu Unterstellböcke (wie im Bild) hernehmen oder auch eine größere Getränkekiste. Wichtig ist, dass der BCB 300 sicher steht und dass er genügend Bodenfreiheit für die Montage der vorderen Räder hat. Dass man sich nur neben einem so aufgebockten Fahrzeug und nicht darunter aufhält, versteht sich von selbst.

Das Anheben der Front ist von einer etwas kräftigeren Person zu bewältigen. Aber wartet's ab, das dicke (hintere) Ende kommt noch ...
Es ist sinnvoll, sich radweise von der Front des Fahrzeugs bis zum Heck zu arbeiten. Wir starten beim linken Vorderrad. Im Auslieferungszustand ist der Achsschenkel nur mit dem oberen Querlenker ("U-Arm") und dem Lenkgestänge verbunden. Die Verbindung zum unteren Querlenker ("A-Arm") über das untere Kugelgelenk fehlt hingegen noch. An dieser Stelle bietet sich eine kurze Beschreibung des Fettens der beiden unteren Querlenkerlager an. Das Vorgehen lässt sich sinngemäß auch auf alle anderen Lager mit Schmiernippel (oberes Querlenkerlager, Pedalanlage etc.) übertragen. Außerdem wird bei dieser Gelegenheit auch gleich noch beschrieben, wie der untere Kugelkopf gefettet wird.
Zunächst löst Ihr die Verschraubung zwischen unterem Querlenker und Stoßdämpfer. Dabei wird (wie bei allen anderen Schraubverbindungen auch) die Mutter gedreht und gleichzeitig die Schraube am anderen Ende gegengehalten. Danach lässt sich der untere Querlenker hochklappen, um den Zugang zum Schmiernippel zu erleichtern.
Jetzt löst Ihr die Verschraubung am Lager des unteren Querlenkers großzügig, ohne sie jedoch ganz zu entfernen. Achtung: Dabei wird sich der Querlenker wieder herunterklappen (ggf. mit etwas Bindedraht sichern). Auch hier gilt: An der Mutter drehen und an der Schraube gegenhalten.

Das Lösen der Verschraubung ist unbedingt erforderlich, da sonst (je nach Viskosität des Fettes) die Kunststofflagerbuchsen beschädigt werden können!
Nun setzt Ihr die Fettpresse am Schmiernippel an und drückt solange Fett in das Lager, bis es an einer Seite austritt. Dann bewegt Ihr den Querlenker hin und her und presst weiter, bis auch an der anderen Seite Fett sichtbar wird.

Jetzt könnt Ihr die Verschraubung wieder anziehen (die selbstsichernde Mutter ist dabei im Zweifelsfall zu ersetzen). Der Querlenker darf sich danach nicht von alleine nach unten bewegen, sondern muss der Bewegung einen leichten Widerstand entgegensetzen. Prüft diese Verschraubung regelmäßig, es hängt Euer Leben dran! Nun noch das überschüssige Fett abwischen, das war's.
Weiter geht's mit dem unteren Kugelgelenk des Achsschenkels. Nach dem Abziehen der Gummimanschette und der gekröpften Scheibe könnt Ihr es per Hand fetten. Dabei sollte der Kugelkopf geschwenkt und gedreht werden, damit sich das Fett gleichmäßig verteilen kann.
Versorgt auch die Gummimanschette innen großzügig mit Fett ...
... und setzt dann die gekröpfte Scheibe richtigherum wieder ein.
Nun wird das untere Kugelgelenk mit dem unteren Querlenker verbunden. Dieser besitzt hierzu eine quadratische Öffnung, in die der Vierkant des Kugelgelenkes passt. Nach Ausrichtung der Splint-Bohrung in Fahrtrichtung (Bild) wird der Querlenker von unten hochgeklappt und der Gewindebolzen durch die Öffnung geführt. Achtet dabei auf einen korrekten Sitz der Gummimanschette im Bereich der gekröpften Scheibe. Kugelgelenk und Querlenker stehen dann richtig zueinander, wenn sich der Gewindebolzen nicht mehr verdrehen lässt.
Nun werden die Karosseriescheibe und die Kronenmutter aufgesetzt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Vierkant sich nicht wieder verdreht.
Mutter festziehen (M12, Schlüsselweite 19 mm). Dabei darauf achten ...
... dass die Splintbohrung nicht verdeckt wird.
Nun wird einer der beiden großen Splinte aus dem Schraubensatz von vorne durch die Bohrung geführt. Dies muss ohne Hammer möglich sein. Unter Zuhilfenahme eines Maulschlüssels kann man sich durch leichtes Verdrehen "vortasten".

Und nun zu Hermanns kleinem Splint-Einmaleins:
1. Splintkopf vorsichtig mit dem Hammer bearbeiten, bis er "satt" zwischen den Zacken der Kronenmutter sitzt.
2. Splintenden auseinanderbiegen.
3. Unteren Schenkel des Splintes mit einem Seitenschneider so kürzen, dass dessen Ende nach dem kompletten Umbiegen nicht über den Gewindebolzen hinausragt.
3. Oberen Schenkel des Splintes mit einem Seitenschneider so kürzen, dass dessen Ende nach dem kompletten Umbiegen mit der Kronenmutter abschließt.
4. Splintenden mit dem Hammer umlegen.
5. Fertig.
So sollte es nun aussehen.
Als nächstes wird eine der Staubkappen auf die Radnabe aufgesetzt. Vorher muss geprüft werden, ob die Kronenmutter fest sitzt und nach obiger Methode korrekt versplintet ist.
Nun kann das Vorderrad montiert werden (Laufrichtungsmarkierung beachten!). Vorher sollte die Kontaktstelle zwischen Felge und Nabe leicht mit Fett eingerieben werden. Achtet darauf, dass dabei kein Fett an die Bremsscheibe oder die Bremsbeläge gelangt. An dieser Stelle empfiehlt sich auch eine Kontrolle der Bremsscheibe. Sollte diese werksseitig eingewachst sein (bei uns war sie es nicht), so ist sie mit Bremsenreiniger zu behandeln. Die Radmuttern (erkennbar am kegligen Ende) werden erst handfest und dann über Kreuz mit einem Schraubenschlüssel angezogen.
Danach wird die Radabdeckung befestigt.
Hierbei leistet ein langer Steckschlüssel gute Dienste.
Nachdem die gleichen Arbeiten auf der anderen Seite praktiziert wurden, kann der BCB 300 wieder abgebockt werden. Dabei sollte er leicht versetzt abgestellt werden, so dass die Räder zwischen den Streben des Tragegestells auf dem Boden stehen.
Um die Anhängerkupplung als Auflagepunkt für einen Unterstellbock benutzen zu können, muss sie vom Auslieferungszustand ...
... in diese Position gebracht werden.

Achtet beim Festziehen der Schrauben für den Kugelkopf der Anhängerkupplung auf die richtige Position der Kunststoffabdeckung für Kette und Bremsscheibe. Diese darf nirgends schleifen (ggf. korrekt ausrichten).
Der Unterstellbock wird außerhalb des Tragegestells plaziert und der BCB 300 dann umgehoben. Hierbei käme die einzelne Person von vorhin vermutlich doch arg in's Schwitzen. Drei Personen sind an dieser Stelle das Minimum: Zwei heben und einer bewegt den Unterstellbock.
Nach geringfügigem Anheben des Vorderrades kann nun der untere Rest des Tragegestells entfernt werden.
Danach kann auf jeder Seite ein Unterstellbock achsnah unter den Längslenkern plaziert werden oder ...
... doch wieder die gute alte Getränkekiste mittig unter dem Motorträger.

In beiden Fällen werden mindestens drei (besser: vier) Personen benötigt.
Nun zurück zur Batterie. Die Stunde dürfte inzwischen verstrichen und das Säurepack mittlerweile vollständig entleert sein. Entfernt es vorsichtig von der Batterie (Säurespritzer!) und setzt den schwarzen Verschlussstreifen auf die Batteriekammern auf.
Obwohl die Batterie "trocken vorgeladen" ist, sollte sie vor der ersten Inbetriebnahme unbedingt durch einen geeigneten 12V-Lader mit max. 1,2 A ca. 5 bis 10 Stunden lang vollständig aufgeladen werden. Zuerst den Pluspol anklemmen ...
... und dann den Minuspol. Hier am Ladegerät ist die Reihenfolge des Anklemmens zwar egal, aber am Fahrzeug nachher gilt immer:

Anklemmen: Erst Plus , dann Minus

Abklemmen: Erst Minus, dann Plus

Es schadet also nichts, wenn man es vorher schon mal übt.
Jetzt geht's an das Spannen der Antriebskette. Dazu müssen die drei hinteren Schrauben der Motorbefestigungen gelöst werden.
Mutter lösen, dabei auf der anderen Seite den Schraubenkopf gegenhalten ...
... diese ebenfalls ...
... und zum Schluss noch diese Mutter.
An der Einstellmutter des Kettenspanners (ihr findet sie in der Nähe der Lüftermotoren) den gewünschten Kettendurchhang von ca. 10 mm einstellen. Dabei die Kette langsam durchdrehen und an mehreren Stellen prüfen, da sie sich unterschiedlich längen kann. An jeder Stelle sollte genügend Spiel vorhanden sein.

Nach dem Spannen der Antriebskette ist die Einstellung der Schaltung zu überprüfen und ggf. nachzujustieren.
Bei dieser Gelegenheit sollte auch gleich der Sitz und die korrekte Montage des Kettenschlosses überprüft werden. Das geschlosssene Ende der Klammer muss in Laufrichtung der Kette zeigen.

Außerdem empfiehlt es sich, die Innenseite der Kette dünn mit Kettenfett zu besprühen. Dabei ist darauf zu achten, dass Bremsscheibe und Bremsbeläge nicht mit Fett verschmutzt werden (ggf. abdecken).

Abschließend muss die Freigängigkeit von Kette und Bremscheibe in Bezug auf die Abdeckung kontrolliert werden. Schleift etwas, so ist dies durch Unterlegen oder Biegen der Halterung zu korrigieren.
Bevor nun die Hinterräder montiert werden, empfiehlt sich noch eine Getriebeölstandskontrolle. Das Fahrzeug muss sich dabei in waagerechter Position befinden. Zunächst ist die Verschlussschraube an der rechten Seite des Getriebegehäuses zu entfernen. Wer diese Arbeit auf Mutters Auffahrt verrichtet, sollte dabei tunlichst für eine saugfähige Unterlage sorgen.
Nachdem die Verschlussschraube entfernt ist ...
... kann man mit Hilfe eines passend gebogenen (sauberen) Drahtes ...
... die Kontrolle durchführen. Der Ölstand sollte sich nur wenige Millimeter unterhalb der Öffnung befinden. Sollte zuviel Getriebeöl eingefüllt sein, wird der Überschuss an dieser Einfüll- u. Kontrollbohrung herauslaufen (wie gesagt: an Mutters Auffahrt denken!). Vor dem Einsetzen der Verschlussschraube ist der Dichtring zu kontrollieren und ggf. zu ersetzen. Schraube wieder festziehen.
Nun können Hinterrad und Radabdeckung montiert werden. Das läuft genauso ab wie vorhin an der Vorderseite.
Sitz der Kronenmutter und Versplintung überprüfen ... Staubkappe aufsetzen ...
... Kontaktfläche einfetten ... Rad aufsetzen ... Radmuttern leicht festschrauben ... und dann über Kreuz anziehen.
Radabdeckung mit Schraube und Federring (M6x16 - Schlüsselweite 10 mm) ansetzen ...
... und befestigen.

Eventuell muss der Halter für die Radabdeckung aus optischen Gründen von Hand leicht nachgebogen werden, damit der Abstand zur Reifenlauffläche an allen Stellen gleich groß ist.
Nachdem dies alles auch für die andere Seite erledigt wurde, kann der BCB 300 nun von den Unterstellböcken befreit werden und steht damit zum ersten Mal auf eigenen Füßen – Herzlichen Glückwunsch!
Weiter geht es mit der Überprüfung der Pedalanlage. Kontrolliert insbesondere das Betätigungsgestänge des Bremspedals auf ausreichendes Spiel und Freigängigkeit.

Sind Euch die Schmiernippel aufgefallen? Der Griff zur Fettpresse ist an dieser Stelle keine schlechte Idee ... aber denkt an die Verschraubung (Lösen – Fetten – Anziehen)!
Als nächstes steht die Überprüfung der Bremsflüssigkeit an. Der Füllstand im Ausgleichsbehälter der Bremsflüssigkeit sollte zwischen "MIN" und "MAX" liegen.
Beim Wechseln oder Ergänzen darf nur DOT4-Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis verwendet werden. DOT5-Bremsflüssigkeit auf Silikonbasis oder solche auf Mineralölbasis darf nicht zum Einsatz kommen!
Nun muss auch noch das Motoröl kontrolliert werden. Das Fahrzeug sollte dabei allseits gerade stehen.
Dazu die Verschlussschraube lösen, herausziehen und abwischen. Dann wieder auf die Öffnung aufsetzen aber nicht zuschrauben. Wieder entnehmen und den Ölstand ablesen.
Diese Stelle markiert die obere Füllstandsgrenze.

Öffnung wieder zuschrauben.
Nun zum Kühlmittel. Es wird mit einem Gemisch aus purem Kühlerfrostschutz und Wasser aufgefüllt (ANF = nitrit-/amin-/phosphatfrei). Das Mischungsverhältnis beträgt 1 : 1. Hiermit wird ein Frostschutz bis ca. – 40 °C erreicht. Am besten setzt Ihr das ganze in einem sauberen Behälter an und vermischt es gut.
Allgemein gilt: Der Kühlmittelstand kann nur bei stehendem Motor und im kalten Zustand geprüft werden, da das Kühlsystem ansonsten unter einem zu hohen Druck steht und die Gefahr des Verbrühens durch umherspritzendes, heißes Kühlmittel gegeben ist.

Klar, zu diesem Zeitpunkt könnt Ihr den silbernen Kühlerverschlussdeckel natürlich gefahrlos entfernen ...
... und den Flüssigkeitsstand bis zum unteren Rand des Kühlerstutzens mit dem Frostschutz/Wasser-Gemisch ergänzen.
Nun noch den schwarzen Verschlussdeckel vom Ausgleichsbehälter des Kühlsystems entfernen und ebenfalls Frostschutz/Wasser-Gemisch auffüllen ...
... und dabei den Füllstand an den Markierungen kontrollieren. Dieser sollte zwischen "MIN" und "MAX" liegen.
Ratsam ist auch eine Kontrolle des Kraftstoffilters. Die Flussrichtung ist vom (jetzt noch) offenen Ende des Schlauches hin zum Vergaser. Sie muss mit dem aufgedruckten Pfeil übereinstimmen. Falls nicht: Umdrehen.
Als nächstes wird der Kraftstofftank am Gepäckträger befestigt. Falls sich bei der späteren Montage des Gepäcksträgers herausstellt, dass Benzinhahn und Elektronik-Box (der größere schwarze Kasten auf der rechten Seite) kollidieren, so können behelfsweise die Gummibuchsen am Tank umgedreht werden. Dazu müssen vorübergehend die Metallhülsen entfernt und dann wieder eingesetzt werden (ein Tropfen Multiöl erleichtert die Montage erheblich).
Vor der Montage des Gepäckträgers sollte das Heck vorübergehend gepolstert werden, um Lackschäden zu vermeiden.
Der Gepäckträger sollte vorerst nur lose aufgelegt werden, um mehr Platz bei der Montage der Schläuche und Stecker des Tanks zu gewinnen.
Jetzt kann der Benzinschlauch am Benzinhahn befestigt werden. Achtet dabei auf den richtigen Sitz der Leitungsclips.
Steckverbindung des Tankgebers schließen. Kabel mittels Kabelbindern am hinteren Rahmenrohr unterhalb der Verschraubung des Sicherheitsgurtes befestigen.
Schließlich kann der Gepäckträger auf die hinteren Aufnahmebolzen geschoben werden. Es schadet hierbei (und auch bei den anderen Rahmenteilen) nichts, ein wenig Fett auf die Verbindungsstellen zu geben.

Festgeschraubt wird der Gepäckträger dann unter Verwendung der zylindrisch ausgeformten Unterlegstücke. Für diese Verbindung werden zwei kurze Schrauben (M8x50 - Schlüsselweite 12 mm) benötigt. Schraubverbindung vorne nur lose vormontieren. Die beiden hinteren Befestigungsschrauben des Gepäckträgers lose ansetzen und den Träger ausrichten. Danach alle Schraubverbindungen festziehen.
Steckverbindung der Kennzeichenleuchte schließen.
Steckverbindung der Rück-/Bremsleuchten schließen (jeweils rechts und links).

Lose Kabel und Stecker sollten mit Kabelbindern am Gepäckträger bzw. Rahmen befestigt werden.
Untere Abdeckung des Armaturenpanels anschrauben. Die Schrauben dafür befinden sich in dem kleinen beigefügten Beutel.
Nachdem die Muttern und der Pappring entfernt wurden, kann das Lenkrad mit der Nabe auf den Befestigungsflansch geschraubt werden. Falls das Lenkrad bei Geradeausfahrt nicht waagerecht steht, kann dies durch Umsetzen des unteren Kreuzgelenkes am Lenkgetriebe korrigiert werden.
Dazu die Klemmschraube am unteren Kreuzgelenk lösen und entfernen. Alle vier Halteschrauben des Lenkgetriebes großzügig lösen aber nicht entfernen. Das Gelenk kann nun von der Verzahnung des Lenkgetriebes abgezogen und um einige Zähne versetzt wieder aufgeschoben werden. Waagerechte Stellung des Lenkrads prüfen und ggf. korrigieren. Das Kreuzgelenk soweit auf die Verzahnung am Lenkgetriebe aufschieben,dass die Bohrung im Gelenk mit der Nut in der Verzahnung fluchtet. Die Klemmschraube des Gelenks muss sich mit der Hand vollständig eindrehen lassen (noch nicht endgültig festziehen!). Das Lenkgetriebe in den Halteschellen gleichmäßig ausrichten und alle vier Schrauben gleichmäßig festziehen. Dabei darauf achten, dass das Lenkgetriebe gerade und nicht versetzt angeschraubt wird. Zum Schluss wird die Klemmschraube des Kreuzgelenks angezogen.
Nun wird der Rahmen vervollständigt. Dabei werden alle Befestigungen zunächst nur lose eingesetzt und erst ganz am Schluss festgezogen.

Los geht's mit den beiden Überrollbügeln. Sie werden aufgesteckt ...
... und dann vorne (M8x55 - Schlüsselweite 12 mm) ...
... und hinten (M8x55 - Schlüsselweite 12 mm) lose verschraubt.

Unterlegstücke nicht vergessen.
Dann sind die Seitenbügel an der Reihe.
Auch sie werden beidseitig verschraubt. Erst oben ...
... dann unten (M8x55 - Schlüsselweite 12 mm).
Nun fehlt noch die Querverstrebung.
Auch hier nur locker befestigen.
Dann die Kopfstützen aufsetzen.
Und zu guter letzt noch das Dachelement einsetzen ...
... und lose verschrauben.

Erst jetzt werden alle losen Verschraubungen des Überrollkäfigs endgültig festgezogen.
Vor dem Anbringen des Stoffdaches ("Bikini-Top") müssen noch die Polster an den Dachstreben befestigt werden. Hierzu ist Isolierband (oder besser noch: Gewebeklebeband) erforderlich. Die Montage des Stoffdachs wird auf diese Weise erheblich vereinfacht.
Erinnert eigentlich weder an Bikini noch an Top ...
Wahre Meister ihres Faches. Der Legende nach war hinterher nicht eine einzige Falte zu entdecken. Fakt ist: Je mehr Mühe Ihr Euch gebt, desto besser sieht's am Ende aus.
Endspurt!

Spiegel anbringen ...
... und festkontern.
Batterieunterlage in den rechten Batteriekasten einlegen und Batterie einsetzen.
Anschlüsse verschrauben. Erst Plus ... aber das wisst Ihr ja inzwischen.
Abdeckung aufsetzen und festspannen.
Benzin einfüllen und Tank verschließen.
Geschafft!

Ihr habt an alles gedacht? Alles nochmal geprüft?

Dann wird es Zeit, den Zündschlüssel umzudrehen ... und das Grinsen aufzusetzen.

Prüft vor er ersten Ausfahrt nochmals (und ab dann regelmäßig) die Funktion der wichtigsten Baugruppen (Lichtanlage, Bremsen etc.).

Und nun: Fahrt vorsichtig und habt viel Spaß mit Eurem Shark BCB 300!




Urheberrechtshinweis: Das Bildmaterial und der Text dieser Anleitung sind - wie jede Veröffentlichung einer bestimmten Schöpfungstiefe - automatisch urheberrechtlich geschützt.

Sie dürfen ohne vorherige schriftliche Zustimmung der Autoren weder ganz noch auszugsweise vervielfältigt oder veröffentlicht werden.
Bei Zuwiderhandlung werden Lizenzgebühren erhoben.


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